Farbe in der Malerei

aus dem Unterricht
der Klasse 5b und 11a des
Wirsberg-Gymnasiums Würzburg

Hineingeboren in eine Welt voller Farben, wachsen wir, umgeben von den Farben unserer Umwelt und unseres Heimes, auf. Wir kleiden uns bunt, essen farbige Nahrung und treffen täglich Entscheidungen auf Grund von farbbestimmten Eindrücken. Selten haben wir Wahrnehmungen, die frei von Farbeinflüssen sind, wie etwa in einem Raum in völliger Dunkelheit. Über wie viel an Wissen verfügen wir aber in Bezug auf Farbe?

Farben rufen nicht nur kulturelle und psychische Wirkungen hervor, Farbe erzielt auch politische Wirkungen – wie Rot als Farbe der Revolution und des Kommunismus – oder traditionelle Wirkungen – wie der Ausdruck „giftgrün“, der auf die traditionelle Farbherstellung von Grün mit Arsen zurückzuführen ist.

Bedenken wir beim Betrachten von Bildern die Funktionen von Farbe? Die Symbolfarbe verknüpft den höchsten Symbolrang der Farbe mit dem höchsten Materialwert. Dies ist etwa Grund für die blaue Mantelfarbe Marias, dessen Farbe von hohem Symbolrang aus dem teuren Stein Lapislazuli gewonnen wurde. Die Lokal- oder Gegenstandsfarbe unterscheidet sich von der Erscheinungsfarbe insofern, als die Gegenstandsfarbe die dargestellten Objekte detailliert in ihrer Eigenfarbe darstellt, wohingegen die Erscheinungsfarbe die Beleuchtungsverhältnisse durch Licht und Schatten berücksichtigt. Das innere Vorstellungsbild macht die Ausdrucksfarbe sichtbar. Sie ruft wie bei Franz Marc’s „Großen blauen Pferden“ eine suggestive Wirkung hervor. Und nicht zuletzt ordnet die Absolute Farbe hingegen verschiedene Farbelemente auf der Bildfläche an.

Der Gesamteindruck eines Bildes bestimmt jedoch nicht nur die Maltechnik wie Öl-, Acryl, Tempera- oder Aquarellmalerei, sondern auch die Malweise, über welche das benützte Werkzeug, ob Pinsel, Schwamm oder Spachtel Auskunft geben. Moderne Künstler wie Jackson Pollock oder Wolfgang Laib setzen seit gut 100 Jahren einen Gegenpol: „Dripping“, seismographisch anmutende Tropfspuren etwa machen den Pinsel überflüssig. Und mit löwenzahn-gelben Blütenstaub gesiebte Quadrate lassen selbst die Strahlkraft der Farben in Buchmalerei verblassen...

Die Malerei als eine der ältesten Formen der Bildenden Künste umgibt uns seit 35000 vor Chr. – von der prähistorische Höhlenmalerei in der Steinzeit bis zum gegenwärtigen Graffiti.

Angela Osthoff