IDEE + KONZEPT SCHWERPUNKT + VERLAUF FINALE FILMROLLE RÉSUMÉ BETEILIGTE

„Blind Date“

Konzept der Kooperation Schule und Muesum

„Bildersturm“ – so kann man das wohl nennen, wenn Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer mit Hilfe von Computer und Bildbearbeitungsprogramm über ein Gemälde herfallen. Noch dazu über ein so unbedarftes wie Wilmhelm Leibls Selbstbildnis in jungen Jahren. So wird das Gemälde aus der städtischen Sammlung Würzburg, im Original zu sehen im dortigen Museum im Kulturspeicher, unversehens zum Popstar aufgemöbelt. In 1001 Variationen gereichen die Ergebnisse hoffentlich zur echten Konkurrenz für Andy Warhols Serien. Und weil Bilder nun mal gerne Museen als Biotope bevölkern, werden die Ergebnisse auch just am Ort ihres Ursprunges präsentiert.

Schule und Museum, das sind – trotz gelegentlicher Berührungspunkte – immer noch zwei unterschiedlich konzipierte Lernorte. Hier die Schule als Ort und Organisation zur Vermittlung eines breiten Spektrums an Inhalten, Fertigkeiten und Fähigkeiten, dort das Museum als ein Ort mit Originalen, welche quasi als Zeitzeugen technischer, geschichtlicher oder kulturhistorischer Entwicklungen stehen.

Im konkreten Fall ist das die Paarung „Wirsberg-Gymnasium Würzburg“, eine staatliche Schuleinrichtung, und „Kulturspeicher Würzburg“, ein erst jüngst eröffneter Museumsbau mit der Städtischen Galerie Würzburg (Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert) sowie einer hochkarätigen Sammlung von Werken der Konkreten Kunst – eine über lange Jahre erprobte Partnerschaft, welche von Verlässlichkeit und wechselseitigem „Nutzen“ zeugt.

Das Projekt „Bildersturm“ sollte mit mehreren Schulen aus der Region ein zwangloses Arbeiten zu Kunstwerken aus den genannten Sammlungsteilen initiieren, ohne dass ein bestimmtes „Produkt“ von vornherein geplant war. Die Anwendung digitaler Bildbearbeitungsmöglichkeiten stellte aber von Anfang an eine formale wie konzeptuelle Klammer: Statischen Kunstwerken spielerisch neue Identitäten zu verleihen und dabei das vertraute Arbeitsgerät der meisten Jugendlichen, den Computer, nutzbar zu machen, war das Grundprinzip der Arbeit.

Zu berücksichtigen galt es dabei vor allem, dass sowohl die am Projekt teilnehmenden Lehrkräfte als auch die beteiligten Schülerinnen und Schüler einen höchst unterschiedlichen Wissensstand bezüglich der Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung mitbrachten. Auch das breite Spektrum an Schultypen – von der Förderschule für Hörbehinderte bis zum Gymnasium – machte die Ausgangssituation hinsichtlich der Organisation von Zeitschienen z.B. bei unterschiedlichen Prüfungsterminen und Finanzen nicht einfacher. Dieses vermeintliche Manko sollte jedoch zu einem entscheidenden Aspekt innerhalb des Projektes werden: Schüler und Lehrer aller Schultypen als Lehrende und Lernende gerieten zusammen in ein Boot.
Der Blick über den Tellerrand stellt sich dabei immer wieder als bereichernd heraus: Schulspezifische Strukturen und Gepflogenheiten werden auf gegenseitige Übertragbarkeit geprüft, gewandelt und in so machen Aspekten auch übernommen.



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